Rogate! Betet!

17Mai2020

Rogate! Betet!

In Matthäus 6,9-13 finden Sie das Vaterunser, das prägende und umfassende Gebet der Christenheit. Ein paar Gedanken zu den bekannten Bitten des Gebets:

Unser Vater im Himmel!

Es ist ein ungeheures Privileg, dass wir Gott Vater nennen dürfen. Ja, er ist der „Vater im Himmel“, also auch anders als unsere irdischen Väter. Doch zeigt Jesus in dem Gebet, wie sich Gott zu uns stellt. Wir sind für ihn geliebte Kinder.

Dein Name werde geheiligt.

Gott nennt seinen Namen. Gott macht sich zum ansprechbaren Gegenüber. In Jesus begegnet mir Gott. Ist  mir diese Chance bewusst. Gott ist nicht irgendeine unbestimmte höhere Macht, die jeder für sich selbst finden und benennen muss. Er ist da. Er wird da sein. Wie gehe ich mit dieser Chance um? Achte ich sie?  Wie rede ich in seinem Namen, wenn ich von ihm erzähle? Ich bete, dass Gottes Nähe in meinem Leben zu seiner Ehre dient.

Dein Reich komme.

Nach welchen Maßstäben lebe ich? Wie tickt die Welt und ich mit ihr? Ich wünsche mir sehr, dass Gottes Maßstäbe gelten. Er soll sich in seiner Art und seiner Weise, in seiner Gnade und Wahrheit durchsetzen. Darum bitte ich ihn und möchte das auch für mich ganz persönlich.

Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.

Wie oft will ich genau wissen, was Gott eigentlich will und zu wollen hat. Sehr oft entdecke ich eine ungewollte Besserwisserei bei mir selbst: Gott will ja dies oder jenes.
Wenn ich so bete „Dein Wille geschehe“, dann trete ich genau davon zurück. Ich weiß, dass ich nicht alles besser weiß. Ich will vertrauen, dass Gott es gut, besser, am Besten macht.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Wie gut ich es doch habe. Ich bin gut versorgt. Dafür bin ich dankbar. Dass dies nicht selbstverständlich ist, sehe ich auch immer wieder. Doch umso mehr möchte ich Gott darum bitten, dass er weiter für mich und uns hier auf dieser Erde sorgt!

Und vergib und unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Vergebung! Je mehr ich mit Menschen arbeite, rede und lebe, merke ich, dass dies vielleicht die größte Kraft und das mächtigste Moment des christlichen Glaubens ist. Vergebung. Keiner von uns ist schuldlos. Und in unseren Beziehungen entsteht auch oft Schuld und Verletzung. Wenn es einen gibt, der wirklich heilen kann, dann Gott, der Vater Jesu. Darum bitte ich darum und ordne mich ganz der Vergebung unter – passiv und aktiv.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Es wäre so schön, wenn ich als Christ, als Kind Gottes, keine Fehler mehr machen könnte und nichts Falsches und Böses mehr erleben müsste. Doch bin ich eben nicht perfekt. Keiner von uns ist es. Daher will ich bewusst in dieser Haltung vor Gott stehen: Hilf mir gerade in meine Schwachheit und meinen Fehlern. Bewahre mich. Und hilf mir raus, wenn ich mich in ungute Dinge verstrickt und verfangen habe.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Ein Lob, ein Staunen, ein Jubeln am Schluss. Ich befehle diese ganze Welt und Zeit in sein Wirken. So beende ich dieses Gebet voller Bitten. Im tiefen Vertrauen darauf, dass Gott alles kann, Gott alles will und Gott alles tut, was diese Welt und Zeit zur ewigen Vollendung bringt. Das ist meine Hoffnung und mein Trost.

Amen

Und wenn ich vielleicht so manche der Aussagen oben nicht verstehen kann oder mit ihnen zu kämpfen habe, so kann ich doch zusammen mit Jesus und allen Christen dieser Welt „Amen“ sagen: „Ja. So ist es.“ Und ich will darauf hoffen, dass Gott mich weiter verstehen lässt und sein Reich, seine Kraft, seine Herrlichkeit auch in meinem Leben sichtbar werden.

 

Beten Sie das Vaterunser jetzt gerne noch einmal laut!

 

 

 

 

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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