Aktuell

07Apr2020

Die Karwoche (Teil 2)

Mein Geist ist willig…  was könnte ich nicht alles in dieser Woche tun?
Aber meist stelle ich fest, dass ich dann irgendwie doch zu wenig Zeit und zu viel anderes habe.

Mir geht es damit nicht alleine so: In der Karwoche lese ich ganz bewusst Bibelabschnitte, die in der Zeit zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und seiner Kreuzigung liegen. Was mir dabei immer wieder auffällt ist der Zwiespalt, in dem die Jünger Jesu beschrieben werden. Mal sind sie intensiv und bewusst ganz nah an Jesus dran, und dann im selben Moment scheitern sie in den Ereignissen um Jesus.

  • Sie feiern mit ihrem Meister das Abendmahl und sind ihm darin gemeinschaftlich so nah, wie selten zuvor. Uns gleichzeitig traut sich jeder von ihnen selbst den Verrat an Jesus zu: „Herr, bin ich’s?“ (Mt 26,22)
  • Sie schwören ihm aufrichtig Treue, was auch kommen mag. Doch als es dann ernst wird, leugnet sogar der starke Petrus, dass er zu Jesus gehört. (Mt 26,35.74)
  • Sie begleiten ihn in eine seiner schwersten Stunden und wollen mit ihm wachen und beten. Und doch schlafen sie genau in dieser Zeit ein. (Mt 26.40)
  • Sie wollen Jesus mutig verteidigen, sogar mit Waffengewalt. Doch als Jesus deutlich macht, dass es anders kommen wird, nehmen die „mutigen“ Jünger Reißaus. (Mt 26,51.56)

In der Karwoche  – und nicht nur da – entdecke ich auch meinen eigenen Zwiespalt, in dem ich im Glauben bin. Am Ende reicht mein Glaube dann doch nicht weit…
Meiner nicht! Am Ende ist des der Glaube, der Gehorsam, die Hingabe, die Liebe Von Jesus Christus, der all dieses Zerissenheit heilt. Es geht um seine Passion und nicht um die der Jünger.

Es geht also auch in dieser Woche bei mir um seine, Jesu, Passion, und nicht um meine! Es geht letztlich nicht darum, was ich in dieser Woche geistlich schaffe und was nicht. Es geht darum, dass ich mich mitnehmen lasse auf Jesu Weg zum Kreuz. Jeder Moment auf diesem Weg ist wertvoll! Selbst der, an dem ich mein Scheitern erkennen muss. Doch das kann ich ja dann ganz bewusst vor Jesus tun.

Vielleicht lesen Sie ja die Bibelabschnitte um die oben angegebenen „Jünger-Momente“ der Passion. Finden Sie sich wieder? Beten Sie und sagen Sie das Jesus! Er nimmt auch dies mit in seine Passion.

 

06Apr2020

Auf in die Karwoche (Teil 1)

Die Karwoche bedeutet für mich „Passionszeit intensiv“!

Ganz bewusst reduziere in in dieser Woche alle nicht notwendigen Tätigkeiten (z.B. auch Sitzungen oder bestimmte Arbeitstreffen). Ich achte auf mehr Zeit der Stille und Andacht. (Bewusste Zeit am Tag einplanen, Handy aus!)  Ganz gezielt beschäftige ich mich mit Bibeltexten und Gedanken zur Passion. (Manchmal die ganze Passionsgeschichte, manchmal auch nur ein Text immer wieder,…)

Ganz herzlich lade ich Sie ein, diese Woche auch ganz  besonders zu gestalten. Täglich wird hier ein kleiner Impuls zur Karwoche vorgestellt. Schauen Sie gerne rein.

Heute:
Da dies auch eine Woche des Betens sein wird, lade ich Sie ein zu festen Gebetszeiten.

  • Beten Sie in dieser Woche z.B. täglich das Vaterunser. Vielleicht um 12 Uhr, zum Mittagsläuten oder um 15 Uhr, zur Sterbestunde Jesu? Halten sie dafür kurz inne, unterbrechen Sie den Alltag, schweigen Sie und beten Sie!
  • Vielleicht möchten Sie auch mit vielen anderen zusammen beten. In dieser Woche bietet sich dazu auch die Aktion „Deutschland betet gemeinsam“ an. Dienstag, 8. April, 17.00 bis 18.30 Uhr.
  • Singen Sie gerne? Spielen Sie ein Instrument? Suchen sie doch gezielt nach Passionsliedern und Kreuzesliedern, die Sie in dieser Woche für sich und andere spielen. Da gibt es gute alte und neue Lieder!

Reden Sie mit Gott! In der Stille, in vorformulierten Texten, im freien Gebet…   laut oder leise…
… in dieser Woche gerne ein bisschen öfter!

04Apr2020

Zwischen himmelhochjauchzend…

… und zu Tode betrübt.

Der heutige Sonntag heißt „Palmarum“ – Palmsonntag.
Der Name leitet sich ab von der in der Bibel berichteten Ankunft Jesu in Jerusalem.  Wie ein König gefeiert kommt Jesus in der Stadt an, in der er wenige Tage später gefangen genommen, gequält, verurteilt und hingerichtet wird. Bei seiner Ankunft herrscht allerdings noch großer Jubel. Die Menschen nehmen Palmzweige zur Hand, schwenken sie triumphierend und streuen sie auf den Weg, den Jesus nimmt.
Daher der Name: „Palm“-Sonntag. Palmarum.

Die Palme galt damals als Symbol des Sieges und der Unabhängigkeit. In Jesus sahen die Menschen einen Retter, einen neuen König, der von Gott geschenkt aus dem Volk heraus erwachsen ist. Der kann es ja  nun „denen da oben“ mal richtig zeigen, den aktuellen Herrschern und Machthabern. Das Volk war unzufrieden. Die Berichte über die Wundertaten Jesu und seine Predigten eilten ihm voraus. Der Gott Israels schickt also nun endlich den neuen Erlöser aus der aktuellen Krise.

Wenn Sie diese Szene einmal in Ruhe lesen (Johannes 12,12-19) und sie sich vor Ihrem inneren Auge ausmalen: Entdecken Sie auch die Widersprüche darin? Der bejubelte König reitet ein – aber auf einem Esel? Und inmitten der Menschenmenge befinden sich  auch schon die Gegner Jesu, die dunkle Gedanken hegen.

Der, der dort einreitet, weiß, dass er seinem Tod entgegen reitet. Am Tag vorher hat ihn eine Frau gesalbt: (= heutiger Predigttext aus Mk 14,3-9) als Zeichen großer Würdigung! Dieses rituelle Zeichen tat man tatsächlich an Königen. Doch auch ein Leichnam wurde vor der Bestattung rituell eingesalbt. Genau so interpretiert Jesus selbst dieses Zeichen.

In den Tagen vor seiner Kreuzigung erlebt Jesus die Gegensätze menschlicher Launen und Erwartungen. Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Die gleichen Kehlen die ihm vom Wegesrand jetzt zujubeln, schreien ein paar Tage später schon: „Kreuzige ihn“. Und genau diesen Weg nimmt Jesus bewusst und gezielt. Nicht Menschenmeinung bestimmt ihn, sondern seine Auftrag von Gott.

Wir erleben heute den dritten Sonntag der Ausgangsbeschränkungen in der COVID-19-Krise. Wir starten in die die Karwoche mit ihren tiefgründigen, schweren und gleichzeitig auch trostvollen Momenten. Und in acht Tagen werden wir fröhlich bekennen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Aber wie werden sich diese Tage äußerlich gestalten? Werde ich gemeinsam mit anderen Christen feiern können? Werde ich alleine jubeln müssen an Ostern?

Und dazu kommt noch: Bestimmt wird in diesen Tagen auch wieder tagtäglich eine neue Informations- und Nachrichtenlage über die Kanäle gehen.  Mal ein Bericht über Hoffnungsschimmer und kleine Zeichen von Fürsorge und Nächstenliebe. Wunderbar! Dann aber auch wieder Statistiken über Infektionsanstieg und Sterbefälle.  Herr, erbarme Dich! Und hoffentlich geschieht nichts in meinem direkten Umfeld…

Heute am Sonntag dürfen wir den „König in niederen Hüllen“ (EG 14)  entdecken. Den Helfer und Retter, der auch im Wechselbad unserer Gefühle seinen Weg geht und sein Werk vollendet. In allem auf und ab bleibt er der Erlöser. Wir sehen den Sohn Gottes, der so viel mehr ist als jeder irdische König und gleichzeitig so anders, als wir ihn uns jemals einen solchen ausmalen würden. Ein König, der ins Leiden zieht…  für uns!

Der Jubelruf der Menge enthält beides: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ Ein Lob des Gottessohns! Und gleichzeitig „Hosianna!“ = „Herr hilf!“ ein Hilferuf in aktueller Not.

Jubeln Sie mit! Loben Sie Gott! Und gleichzeitig klagen Sie Gott ihre Sorgen und Nöte. Beides hat in ihrem heutigen – vielleicht auch nur persönlichem – Sonntagsgottesdienst Platz.

 

Mehr Impuls und Informationen zum heutigen Sonntag wieder unter www.kirchenjahr-evangelisch.de/ oder auch in der Sammlung der EKBO für Hausgottesdienste.

04Apr2020

Wie geht Gottesdienst?

Feiern Sie eigentlich zur Zeit Gottesdienst? Gut möglich, dass Sie, zwar zu Hause bleiben, aber dennoch vernetzt über Medien mit vielen anderen zusammen Gottes Nähe erleben..

Vielleicht passt dies aber nicht. Vielleicht sagt Ihnen der Gottesdienst am Bildschirm nicht zu. Vielleicht haben sie auch gerade zu den Zeitpunkt keine Möglichkeit…   Es geht auch anders! Sie können auch selbst im kleinen Kreis einen ganz persönlichen Gottesdienst feiern. Gott ist dabei, wenn zwei oder drei in seinem Namen Zusammen sind…

Daher hier mal kleine Vorschläge für kleine Gottesdienste
… im Namen des großen Gottes!

Sie können diesen kleinen Gottesdienst auch alleine mit Gott feiern. Ich empfehle Ihnen aber: Suchen Sie sich andere Menschen. Vielleicht feiern Sie im familiären Kreis? Vielleicht bei einem Spaziergang oder einem Telefonat zu zweit? Vielleicht feiern Sie ihn sogar per E-Mail oder einem Messenger?

Sie könnten z.B. so vorgehen:

Ankommen und Gott begegnen

  • Machen Sie sich bewusst: Jetzt ist eine Zeit, in der der dreieinige Gott ganz spürbar nahe sein will. Schweigen Sie einen Moment! Vielleicht sprechen Sie danach sogar laut: Auch diesen kleinen Gottesdienst feiern wir im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
  • Begrüßen Sie einander und begrüßen Sie Gott! Was liegt ihnen jetzt auf dem Herzen, wenn Sie bewusst auf Gott treffen? Was wollen sie Ihm sagen?
    Alte und neue Lieder können dabei helfen.  Und die Psalmen – das Gebetbuch und Liederbuch mitten in der Bibel.
  • Lob und Anbetung, aber auch Klage und Bitte um Vergebung finden nun ihren Platz, wenn ich Gott begegne.
      • Wofür bin ich Gott gerade ganz besonders Dankbar?
      • Was bewundere ich an Gott?
      • Was kann ich gerade nicht verstehen und will das erst Recht loswerden?
      • Wo habe ich selbst Gott etwas zu sagen, was bei mir schief läuft?
Mein Leben in Christus entdecken
  • Lesen sie einen Abschnitt aus der Bibel. Es ist sehr wichtig, dass nicht nur unsere eigenen Gedanken oder die Nachrichtenlage unsere Seele bestimmt. Gottes geschriebenes Wort ist wirksam, heilsam und garantiert nicht „Coronazeit-abhängig“. Und doch ergeben sich immer wieder aktuelle Gedanken für heute!
  • Sie haben keine Bibel? Versuchen Sie es doch mal beim Bible Server vom ERF.
    Vorschläge und Hinweise zu passenden Bibeltexten finden sie z.B. hier.
  • Gehen Sie dabei auf Spurensuche: Was bedeutet das für mich /uns als Jesusnachfolger? Wo und Wie wird in dem Bibelabschnitt Jesus Christus verkündet?
  • Nehmen Sie sich Zeit, über das gelesene nachzudenken. Halten Sie einen Gedanken (evtl. schriftlich) für sich fest oder tauschen Sie sich aus. Was bedeutet das für mich und uns jetzt und hier?
  • Auch jetzt bietet sich an: Beten Sie! Vielleicht gar nicht so viel dabei reden, sondern eher mal hörend und nachsinnend. Und auch mit einer bekennenden Zustimmung:  „Ja, Jesus. Das soll auch für mich gelten.“
Gottes Geist Wirken lassen
  • Und schon geht es an die Umsetzung. Aus der Mitte heraus, der Begegnung mit Christus, geht es nun in die Weite: Am besten erst einmal mit Fürbitte.
      • Worum bitte ich Gott persönlich und in meinem direkten Umfeld?
      • Worum bitte ich Gott mit Blick auf christliche Gemeinde, Kirche und deren Auftrag?
      • Worum bitte ich Gott mit Blick auf das Umfeld von nah (Stadt, Dorf, Land) bis fern (weltweit)?
  • Und alles, was Sie sonst noch bewegt und beschäftigt…   Beten die das Vaterunser!
  • Mit Blick auf den Alltag können wir auch Geben und Teilen! Die Kollekte, das Opfer… Das ist keine Art „Gebühr“ für den Gottesdienst, sondern es ist eine geistliche Übung: Im Vertrauen, selbst ausreichend versorgt zu sein, teile ich gerne und helfe anderen! Wem wollen Sie heute etwas zukommen lassen? Auch in Coronazeiten können wir Spenden überweisen. Oder wie wäre es mit einem Sparschwein zu Hause, in das ich regelmäßig etwas hineinwerfe, um es dann später mal in den Kollektenkorb zu geben?
  • Wichtig ist nun aber auch: Den Trost, den Mut, die Kraft, die besten Wünsche aus dem Gottesdienst mit in den Alltag zu nehmen. Das geschieht im Segen. Ich stelle mich ganz in Gottes Wirken und erhoffe seine bleibende Kraft und Begleitung im Leben!
    Sprechen Sie sich ein Segenswort gegenseitig zu oder bitten Sie Gott selbst darum! Er ist weiter bei Ihnen.

 

Vielleicht hilft Ihnen dieser Vorschlag. Er orientiert sich an dem bewährten Gottesdienstablauf. Seien Sie frei, die Lieder und Formen entsprechend anzupassen.
Gottesdienst geht auch mal anders!

03Apr2020

Briefpost – warum nicht mal so?

In diesen Tagen geschieht viel Kommunikation auf digitalem Weg. Wir dürfen dankbar sein, über die Möglichkeiten, die sich durch die Technik ergeben.

Doch wie wäre es, wenn ich mir einmal ganz bewusst Stift und Papier vornehme und statt Mail einen Brief verfasse. Wem habe ich lange nicht geschrieben? Wem könnte ich eine Freude machen? Wem habe ich was zu erzählen?

So ein Brief ist ein kleines Erlebnis für sich…

Das Schreiben kann schon besonders sein. Das Kratzen des Stifts auf dem Papier. Mal keine Autokorrektur des Handys…   Briefmarke besorgen… der Weg zum Briefkasten…

Auch der Empfang kann ein kleines Fest für sich sein. Da lässt man ihn noch ein wenig liegen, um die Spannung zu erhöhen… zelebriert das Öffnen…  beim Auseinanderfalten knistert es… und ich habe etwas in der Hand, was der Absender oder die Absenderin auch in der Hand hatte…  Ich kann ihn an die Pinnwand hängen, an den Spiegel im Flur oder an meinen Kühlschrank…  retro… vintage… stylish  😉

Vielleicht haben Sie jetzt auch Lust bekommen, auf dieses kleine – gar nicht mehr so alltägliche – Erlebnis? Los geht’s. Der Empfänger wird sich freuen!

 

Übrigens: Auch in der Bibel finden sich eine ganze Reihe Briefe, die sehr lesenswert sind! Vielleicht lesen sie mal dort nach…   Stöbern sie ein wenig im Liebesbrief Gottes an Sie!

02Apr2020

Die Jugend schläft nicht

Wenn man so die Website anschaut und die vielen Beiträge der letzten Zeit liest, fällt eines auf: Die Jugend fehlt! Dass ich das als Jugendreferentin nicht so stehen lassen kann, ist ja wohl klar! Ich möchte euch einmal mit rein nehmen in das, was gerade so digital und analog passiert  😊

  1. Digital: natürlich geht man davon aus, dass die junge Generation mit dem Smartphone aufgewachsen ist und natürlich alles kann. Ganz so ist es tatsächlich nicht. 😊 Die letzten Tage und  Wochen habe ich viele Onlinemeetings gemacht, und immer wieder gab es einige kleinere und größere Probleme. Vielleicht tröstet das manch älteres Semester. 😊 Erfolgreich war auf jeden Fall der Jugendkreis XXL mit ca. 30 Jugendlichen aus ganz Berlin Brandenburg. Ganz neues Gefühl sich online in so großer Runde zu treffen. Es birgt auch geniale Möglichkeiten: eine Jugendliche hat sich z.B. aus Amerika zugeschaltet, wo sie im Moment ein Auslandsjahr absolviert.
    Als Organisationsteam haben wir uns gefreut, so viele erreichen zu können.
  1. Analog: da möchte ich euch eine kleine Geschichte von einem Jugendkreis erzählen, die mir die Jugendkreisleiterin berichtete. Ich werde bewusst keine Namen und Orte nennen, weil der Gedanke dahinter zählt und es auch von anderen umgesetzt werden könnte.😊 Eigeninitiativ wollten sich die Jugendlichen um die Älteren der Gemeinde kümmern, z.B. Einkaufen gehen oder ähnliches. Da diese aber von den Angehörigen schon gut versorgt waren, entwickelte sich eine ganz neue Idee der Unterstützung. Einige der Jugendlichen verteilen die Onlinepredigten für die Älteren ausgedruckt in die Briefkästen und melden sich zum Teil auch telefonisch bei ihnen. Was für eine geniale Sache, gerade in Zeiten der momentanen sozialen Isolation!

Wer sich noch mehr dafür interessiert, was gerade so läuft, schaue gerne hier: https://linktr.ee/ecjugend.gwbb/

 

Ulrike Finzel, Referentin für Jugendliche und Junge Erwachsene im GWBB

01Apr2020

Eigentlich wäre, hätte, müsste…

Bei uns in Woltersdorf gibt es eine Familie, die ihren Garten Jahr für Jahr bepflanzt, pflegt und auch für Besucher öffnet. Es lohnt sich immer, ab dem Frühjahr dort vorbei zu gehen und einen Blick zu riskieren.
Eigentlich sollte dieser Garten nun 2020 zum letzten Mal geöffnet sein, denn die Arbeit wird ja nicht weniger für die privaten Gartenbesitzer. Aber einmal noch… mit voller Blütenpracht… so war der Plan.

Und nun: Corona macht einen Strich durch die Rechnung. Der Garten muss zu bleiben, weil er tatsächlich immer ein beliebtes Ausflugsziel und ein Begegnungsort für so manche Woltersdorfer war.

Jetzt steht man vorm Zaun und kommt nicht hinein. Aber trotzdem: Man kann schauen! Und die Blütenpracht ist ja da. Die Blumen blühen und scheren sich dabei gar nicht um Abstandsregeln und Kontaktverbote. Und jedem, der vorbeikommt kann dies nur auffallen – auch aus der Distanz. Und gerade dieser Tage sind vor allem die Osterglocken in der Überzahl….

Vielleicht ist das sogar ein Gleichnis für die derzeitige Situation für uns als Christen. So manches war schon geplant für das Osterwochenende in 1 1/2 Wochen. Gottesdienste, Konzerte, Frühstücke  …  eigentlich wäre, hätte, müsste  …  und jetzt?

Vielleicht zeigen mir die Osterglocken im Woltersdorfer Garten etwas sehr Wichtiges: Ostern ist auch, wenn man es gerade nur „auf Distanz“ erleben kann. Die eigentliche Freude, das eigentliche Geschehen, das hängt nicht von meiner eigenen Nähe ab! Ganz im Gegenteil: Ob nah, ob fern: Ich bin eingeladen, das Geschenk des Lebens in Christus zu entdecken und mich daran zu freuen! Wenn auf Dauer nicht mal ein schwerer Grabstein den Auferstandenen im Grab halten konnte, dann werden es Corona-Abstände auch nicht können.
Nicht: „Eigentlich wäre, hätte, müsste,…“  Sondern: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Nun gut… ein bisschen früh noch!
Es ist ja etwas Zeit bis zum Osterfest. Zeit genug, vielleicht jetzt schon einen kleinen Ostergruß vorzubereiten? Möglichkeit, einen Plan für eine kleine Freude  zu schmieden, wie ich Menschen um mich herum auf Die Auferstehung hinweisen kann…  Vielleicht auch in meinem Garten, an meinem Fenster, an meiner Türe, auf meinem Balkon???
Haben Sie eine Idee?

 

 

31Mrz2020

Eine Tür in Charlottenburg

Als gute Idee mit Außenwirkung gebe ich gerne die Anregung der Gemeinde Gierkezeile weiter:

Was ist hier eigentlich nicht abgesagt?

Immer mehr wurde in unserem Land und weltweit abgesagt. Immer mehr Einschränkungen und Verzicht gehören zu unserem Alltag. Deshalb haben wir uns entschieden, dem etwas entgegenzusetzen und zur Abwechslung eine positive Nachricht an unsere Tür genagelt … oder besser gesagt geklebt.

Lesen Sie also hier, was alles nicht abgesagt ist und lassen Sie sich ermutigen, das eine oder andere vielleicht auch einmal auszuprobieren oder Gott zu bitten, dass ER Sie in besonderer Weise beschenkt.

Gottes Versprechen und Zusagen werden niemals abgesagt. Er ist unser Retter und die Lösung all unserer Sorgen – besonders jetzt.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Das Foto und dieser Text befinden sich auch auf unserer Homepage. Ebenso findet man dort jeden Sonntag einen Onlinegottesdienst. Wenn Sie möchten, besuchen Sie uns also gerne auf www.gierkezeile.de und feiern Sie mit uns einen Gottesdienst (oder auch mehr).

Schöne Grüße aus Charlottenburg

 

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

30Mrz2020

Start in die Woche

Eigentlich ist nach christlichem Verständnis ja der Sonntag, der erste Tag der Woche!
In unserer Zeit hat sich meist eingebürgert, den Montag als solches zu sehen.

Nicht schlimm, denn auch der Montag, und der Dienstag, der Mittwoch, usw. sind ebenso Tage mit Gott!

Vielleicht beten Sie mit mir heute dieses Gebet:

 

Gebet am Montag*

Himmlischer Vater,
gestern war Sonntag und ich durfte aufatmen.
Ich durfte Ruhe tanken und mich bei Dir aufhalten.
Schenke, dass mich diese Ruhe in Dir durch die ganze Woche trägt.

Nun beginnt die neue Arbeitswoche.
Du weißt schon jetzt, was sie bringen wird.
Du kennst ihre Herausforderungen und Probleme.
Du bereitest schon jetzt Segensmomente darin vor, was auch kommen mag.

Bitte leite mich durch jeden Tag und jede Aufgabe dieser Woche.
Gib mir den klaren Blick, Wichtiges zu erkennen und vom Unwichtigen zu unterscheiden.
Gib mir Kraft für meine Aufgaben und Mut für Entscheidungen.
Schenke mir immer wieder den Blick für die Menschen und Dinge, mit dem auch Du sie siehst,
und lass Deinen Frieden einziehen in diese Tage.

Bewahre mich und meine Lieben vor Unheil und in schweren Momenten und tröste uns.
Lass mich immer wieder Deine Nähe suchen und finden.
Alles Tun und Lassen lege ich in Deine Hand.

Und in diesen Tagen der Unruhe und Unsicherheit, bete ich besonders für diese Welt. Erbarme Dich und bleibe nah – selbst in schwierigsten Zeiten.

Auch diese meine Woche soll Dir gehören.
Meine Zeit steht in deinen Händen.

Amen.

 

 

*Mussten Sie Sonntag arbeiten? Vielleicht in wichtigen Berufen? Danke Ihnen!
Dieses Gebet eignet sich für jeden Tag, an dem Sie neu in die Arbeitswoche einsteigen – nicht nur Montag!

28Mrz2020

Und schon wieder Sonntag

So wie es aussieht, werden wir auch die nächsten Sonntag noch dieses sehr eigenartige COVID-19-Gottesdienstprogramm zu Hause erleben.
Das Angebot an Online- und Fernsehgottesdiensten verschiedenster Form ist groß! Vom Lifestream, über Youtube-Filme bis hin zu kleinen schriftlichen Gottesdiensten über Social-Media-Formen. Andere schauen einen Fernsehgottesdienst und rufen sich währenddessen oder nachher an, um darüber zu reden und gemeinsam zu beten… Großartig!

Vielleicht sind Sie aber auch alleine und wissen nicht, wie Sie diesen Sonntag zum Sonntag machen sollen. Dann nehmen Sie sich doch ein paar ruhige Minuten und denken Sie über diesen Sonntag nach:

Der Sonntag heute nennt sich „Judika“. Im Kirchenjahr hat jeder Feiertag irgend einen Namen. Manche sind verständlich, andere sind erklärungsbedürftig. Die Sonntage der Passionszeit (= die Wochen vor Ostern) leiten Ihre Namen fast alle aus Psalmversen ab – allerdings nach der lateinischen Übersetzung. „Judika“ stammt aus Psalm 43,1 und bedeutet „Schaffe Recht!“. Eine Bitte an Gott, einzuschreiten und Ungerechtigkeiten abzustellen.

Gott handelt nach dieser Bitte. Er hat seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt voller Ungerechtigkeiten ausgeliefert. Er ist nicht weit weg auf „Wolke 7“ geblieben, sondern hat sich selbst in Jesus mitten hinein begeben in die typisch menschlichen Wirrungen um Macht, Geltung, Rechthaberei und Ellenbogenmentalität.
Doch Jesus hat diese Ungerechtigkeiten alle ins Leere laufen lassen. Gott hat durch Jesus diese Dinge überwunden. Er hat sich durchgesetzt, mit Hingabe, Liebe und Leidenschaft für die Menschen! Er hat ungerechtes Machtdenken auf den Kopf gestellt. Daran erinnert der Wochenspruch an diesem Sonntag: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lassen, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“  Mk 10,45

Verkehrte Welt? Nein: Zurechtgebrachte Welt. Neu ausgerichtete Welt!
Schon kennzeichnend, dass diese Aussage von Jesus gerade auf einen Streit seiner eigenen Jünger folgt, die für sich die Exklusivplätze bei Jesus sichern wollen. (Siehe: Mk 10,35-45 ) Auch spannend, dass im Predigttext für heute (Siehe: Hebr 13,12-14) betont wird, dass Jesus für diese Neuausrichtung bestehende Formen und Strukturen verlässt. Nicht auf „Bleibendes“ verlassen wir uns, sondern auf das „Zukünftige“ setzen wir.
Jesus schafft neue Ordnungen, neues Recht – aber mal so ganz anders!

In diesen Tagen wird so vieles durch die COVID-19-Maßnahmen durcheinander gewürfelt. Ein Ende ist noch nicht wirklich abzusehen. Bislang anscheinend unabdingbare Formen und Veranstaltungen fehlen plötzlich. Manche Planung zerbricht. Manche Struktur und manche Organisation kommt ins Wanken…  Sogar wildeste und abstruseste Verschwörungstheorien machen die Runde und es wird nach Schuldigen gesucht.

Umso mehr möchte ich Gott bitten: „Judika! Schaffe Recht! Zeig uns, was jetzt wirklich dran ist. Und ich will darauf vertrauen, dass Jesus sich auch für die jetzige Situation hingegeben hat und dafür gelitten hat. Gott, zeige uns, was jetzt wirklich trägt und weiterbringt. Erlöse uns von dem, was uns ängstigt, einengt und und gegen Dich und unsere Mitmenschen aufbringt. Zeig, das das nicht „notwendig“ ist, sondern dass wir mutig Deinen Weg in Christus gehen dürfen!“

Denken Sie heute gerne einmal in Ruhe nach: Wo sind Neubewertungen und Neuanfänge für Sie dran? Was verändert Jesus in ihrem Denken? Was wollen Sie tun und was wollen Sie lassen? Und schon sind Sie mitten drin in den Kerngedanken der Passionszeit.

 

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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