Der Herr ist auferstanden!

Ein fröhliches und gesegnetes Osterfest für uns alle!

Es gibt eine ganz Reihe von Osterbräuchen. Einer der Schönsten ist für mich das Osterlachen. An diesem fröhlichen Festtag, an dem wir die Auferstehung vom Tod  und den Sieg des Lebens feiern, dürfen wir Christen getrost und fröhlich auflachen.

Eine gute Gepflogenheit, die dies untermalt, ist es einen Witz zu erzählen. Kennen sie den schon?

Nikodemus kommt nach der Kreuzigung Jesu zu Josef von Arimathäa. Er bittet ihn, den Leichnam Jesu in seinem Grab beizusetzen.
Josef von Arimathäa druckst herum, sucht Ausflüchte und will nicht so richtig mitmachen. Schließlich platzt es aus ihm heraus: „Nikodemus, das geht nicht. Ich brauche doch das Grab für mich und meine Familie.“
Nikodemus zwinkert ihm zu: „Stell dich doch nicht so an, Josef! Ist doch nur übers Wochenende!“

 

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie die Osterbotschaft an diesem Tag auch in den ganzen Auflagen der Corona-Zeit erreicht, sie in Herz und Seele trifft und sie fröhlich aufatmen lässt: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Gerne gebe ich Ihnen folgende Links zu zwei Grußbotschaften zu Ostern weiter, die ich Ihnen ganz bewusst während der Corona-Zeit aufgenommen habe.

GWBB Ostergruß 2020

GWBB Ostergruß 2020 (kurz)

GWBB Ostergruß (schriftlich)

Außerdem leite ich auch gerne das Grußwort von Bischof Stäblein weiter:

Grußwort des Bischofs zu Ostern 2020

Feiern und genießen Sie diesen Tag und lassen Sie sich die Osterfreude und die Osterhoffnung nicht rauben!

 

Thomas Hölzemann

 

Zwischendrin

Ein Tag so zwischendrin

Karsamstag ist ein seltsamer Tag.
Nicht Karfreitag. Nicht Ostersonntag.
Nicht der Tag des Sterbens Jesu.
Nicht der Tag der Auferstehung.

Karsamstag ist ein Tag voller Leere.
Ich verarbeite, was geschah.
Schier erdrückende Ereignisse, voller Leid und Schmerz.
Noch hallen die Schreie nach…  und auch die Worte vom Kreuz.
So vieles drängt sich heute in meine Gedanken.
Und doch bleiben es leer in mir.

Karsamstag ist ein Tag der Fragen.
Starb Jesus wirklich dort am Kreuz oder war alles nur ein schlimmer Albtraum?
Wie kann ich es verstehen? Was bedeutet es mir?
Was bedeutet es für diese Welt?
Wo ist er jetzt? Wann? Wie? Wozu? Warum?
„Meinst du, einer stirbt und kann wieder leben?“
Der Karsamstag verweigert mir die Antwort.

Karsamstag ist der Tag gefühlter Gefühlslosigkeit.
Ich habe das Gefühl, nichts zu fühlen.
Wo ist seine Nähe? Wo ist Trost? Wo ist Hoffnung?
Nicht mal inneres Gefühlschaos. Eher kalte Stille.
Fast schon Gleichgültigkeit…
Ist halt so! Muss man durch!
Karsamstag ist ein Tag zum Durchmüssen.

 

Karsamstag ist ein Tag des Lebens.
Ein Tag, wie ihn das Leben schreibt.
Ein Tag so zwischendrin.
Viele Gedanken, wenig Antworten.
Erdrückende Eindrücke, unbestimmte Ausblicke.

Karsamstag ist ein Tag des Lebens.
Ein Tag, den Gott so in mein Leben schreibt,
damit ich zwischendrin erleben kann:
DU legst deine rechte Hand auf mich:
„Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige! Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit“ … und auch zwischendrin.

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Karfreitag

Heute ist der zentrale Tag der Karwoche.

Heute möchte ich Sie nicht mit bunten Ideen und vielerlei Gedanken meinerseits überrennen.

Heute möchte ich Ihnen Ruhe, Zeit und Raum geben, über die Bedeutung des Geschehens auf Golgatha nachzusinnen.

Nehmen Sie dazu gerne Ihre Bibel zur Hand oder folgen Sie den unten aufgeführten Links. Bitte nehmen Sie sich vor allem auch Zeit beim Lesen und gönnen Sie sich immer wieder Augenblicke der Stille. Zu jedem Abschnitt stelle ich eine Impulsfrage. Doch gibt es wahrlich viel mehr zu entdecken, zu fragen und zu bewegen.

 

Der Bibelvers, der über dem Tag steht: Johannes 3,16

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

  • Bei aller Schwere und Unbegreiflichkeit des Karfreitags: Wie verstehe ich darin dennoch das Grundmotiv der Liebe?

 

Der Bericht über die Kreuzigung Jesu steht in Johannes 19,16-30

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde…

  • „Es ist vollbracht.“ (V 30) Viele Menschen vorm Kreuz hören diesen Satz. Wie wird er auf sie gewirkt haben? Wie höre ich ihn heute?

 

Schon im Alten Testament wird auf das stellvertretende Leiden eines Knechtes Gottes für viele andere hingewiesen. Christen erkennen darin den Hinweis auf Jesus. Jesaja 52,13 – 53,12.

Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen,…

  • Fast reflexartig wird auch heute in Problemen und Nöten sehr schnell nach dem Schuldigen gefragt. Wie gehe ich damit um, dass sich Jesus hier anbietet: „Gib doch mir die Schuld…“?

 

Einige Jahre nach der Kreuzigung Jesu interpretiert Paulus das Geschehen so: 2. Korinther 5,14b-21

Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben,…

  • „Neues ist geworden“ (V 17) Wenn Gott tatsächlich diese ganze Welt mit ihren Wertigkeiten, Festlegungen und scheinbaren Gültigkeiten in diesem einen Moment auf Golgatha verändert hat, was verändert das für mich hier und heute?

 

Was dort am Kreuz auf Golgatha geschehen ist, das kann mein menschliches Denken nicht begreifen und einordnen. Immer wieder stoße ich mit sämtlichen Erklärungsversuchen an meine Grenzen. Und dennoch ist es ein Geschehen für mich! Ich darf mich dem immer wieder annähern, es neu für mich entdecken und auf mein Leben beziehen. Es ist vollbracht! (Joh19,30) Das alles ist von Gott!  (2. Kor 5,18) Er hatte keine Gestalt und Hoheit (Jes 53,2) und doch starb dort am Kreuz der Sohn Gottes für alle, die an ihn glauben. So sehr liebt Gott die Welt. (Joh 3,16)

 

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

 

 

 

Die Karwoche (Teil 4)

Kreuzweg 2020

In Zeiten wie diesen fühlt sich das kommende Osterfest sehr irreal an, oder? Die besonderen Wochen vorher der Passionszeit inklusive der Gottesdienste mit finden zwar online statt, mir fehlt aber dieses Gefühl des gemeinsamen Christseins. Mir fehlt es, mit anderen Christen diesen Weg der Passion zu gehen, der so besonders ist und Weihnachten in seinen Schatten stellt.

Auch wenn die Begegnung mit anderen Christen schwierig ist, so ist dies eine Möglichkeit sich selbst auf den Weg zu machen, aktiv Schritte zu gehen, den Weg Jesu nachzuempfinden an diesem kommenden besonderen Freitag – dem Karfreitag.

HIER geht es zum Material, dass der EC Niedersachsen erstellt hat und wir nutzen dürfen. Nur falls es für Einzelne unklar sein sollte gibt es hier eine kurze Anleitung, in welcher Reihenfolge ihr die Ordner aus dem Link nutzen solltet ?

  1. Folge diesem Link!
    Am Schlauesten wird es sein, sich alles auf das Handy zu speichern, damit man unterwegs alles dabei hat
  2. Klicke auf den Ordner „PDF“: Lies dir im Ornder „0 Infos“ die dort hinterlegten Folien aufmerksam durch. Beachte besonders die Folie 4 („Was du brauchst“) und bereite dich vorher darauf vor.
  3. Im gleichen Ordner „PDF“ findest du die 7 Stationen: Arbeite die nach und nach auf deinem Kreuzweg durch.
  4. Die Audios können zusätzlich zu den Stationen genutzt werden.
  5. Der Auferstehungsweg ist ein kleiner Zusatz und kann am Ostermorgen abgegangen werden.

Wichtig! Dies ist  kein online Angebot. Du selbst bist verantwortlich, diese Idee für dich umzusetzen.

Ulrike Finzel

Die Karwoche (Teil 3)

„Aber Jesus schwieg still.“ Mt 26,63

In den biblischen Berichten vor der Kreuzigung geschieht ganz viel. Ein Ereignis folgt dem nächsten. Es wird verhört, geredet, gespottet, angeklagt, verurteilt, geschriehen,…
Auch biblisch-theologisch sind dies ganz dichte Texte im Neuen Testament. Wichtige und wesentliche christologische Aussagen werden unterstrichen. Querverweise auf das Alte Testament werden gemacht. Da ist „viel los“ im Text.

Und dann gibt es diese anderen Momente. „Aber Jesus schwieg still.“

Es gibt die Augenblicke, da ist nicht Aktivität und Aktion angesagt, sondern passives Erdulden und Passion. Es gibt die Augenblicke, da fehlen die Worte. Keine Erklärung mehr… Kein kluges oder vollmächtiges Predigen… keine gelehrte Auslegung der Schrift…
Es gibt diese Augenblicke des Schweigens, der Stille, der scheinbaren Leere…

 

 

 

 

 

In einer Zeit, in der alles irgendwie bei Wikipedia nachgeschaut und erklärt werden, kann…  In einer Zeit, in der wir gewohnt sind, dass von allen Seiten immer etwas auf uns eindringt…  In einer Zeit, in der wir von Informationen und Expertenmeinungen nahezu überflutet werden…
Halte ich überhaupt noch aus, dass es auch still und leer sein kann? Halte ich Sprachlosigkeit und das Fehlen von Antworten aus? Kann ich damit leben und sterben, dass ich nicht alles wissen kann und muss? Kann ich in diesen Momenten auch dem schweigenden Jesus vertrauen?

Vielleicht ist in dieser Karwoche auch mal das Schweigen eine gute Übung. Versuchen Sie es doch mal! Es muss kein ganzer Tag sein, nicht mal ein halber. Ein, zwei Stunden ohne störendes drumherum. Eventuell auch nur mal eine viertel Stunde. Ein paar gute Minuten. Notieren sie in den ersten Minuten alles, was innerlich nach Erledigung schreit. das können sie später tun. Beten Sie und denken Sie dann still an den im Leiden schweigenden Jesus und lassen Sie sich überraschen, wie auch sein Schweigen zu ihnen reden kann…

 

Alle Bibelzitate nach Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Karwoche (Teil 2)

Mein Geist ist willig…  was könnte ich nicht alles in dieser Woche tun?
Aber meist stelle ich fest, dass ich dann irgendwie doch zu wenig Zeit und zu viel anderes habe.

Mir geht es damit nicht alleine so: In der Karwoche lese ich ganz bewusst Bibelabschnitte, die in der Zeit zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und seiner Kreuzigung liegen. Was mir dabei immer wieder auffällt ist der Zwiespalt, in dem die Jünger Jesu beschrieben werden. Mal sind sie intensiv und bewusst ganz nah an Jesus dran, und dann im selben Moment scheitern sie in den Ereignissen um Jesus.

  • Sie feiern mit ihrem Meister das Abendmahl und sind ihm darin gemeinschaftlich so nah, wie selten zuvor. Uns gleichzeitig traut sich jeder von ihnen selbst den Verrat an Jesus zu: „Herr, bin ich’s?“ (Mt 26,22)
  • Sie schwören ihm aufrichtig Treue, was auch kommen mag. Doch als es dann ernst wird, leugnet sogar der starke Petrus, dass er zu Jesus gehört. (Mt 26,35.74)
  • Sie begleiten ihn in eine seiner schwersten Stunden und wollen mit ihm wachen und beten. Und doch schlafen sie genau in dieser Zeit ein. (Mt 26.40)
  • Sie wollen Jesus mutig verteidigen, sogar mit Waffengewalt. Doch als Jesus deutlich macht, dass es anders kommen wird, nehmen die „mutigen“ Jünger Reißaus. (Mt 26,51.56)

In der Karwoche  – und nicht nur da – entdecke ich auch meinen eigenen Zwiespalt, in dem ich im Glauben bin. Am Ende reicht mein Glaube dann doch nicht weit…
Meiner nicht! Am Ende ist des der Glaube, der Gehorsam, die Hingabe, die Liebe Von Jesus Christus, der all dieses Zerissenheit heilt. Es geht um seine Passion und nicht um die der Jünger.

Es geht also auch in dieser Woche bei mir um seine, Jesu, Passion, und nicht um meine! Es geht letztlich nicht darum, was ich in dieser Woche geistlich schaffe und was nicht. Es geht darum, dass ich mich mitnehmen lasse auf Jesu Weg zum Kreuz. Jeder Moment auf diesem Weg ist wertvoll! Selbst der, an dem ich mein Scheitern erkennen muss. Doch das kann ich ja dann ganz bewusst vor Jesus tun.

Vielleicht lesen Sie ja die Bibelabschnitte um die oben angegebenen „Jünger-Momente“ der Passion. Finden Sie sich wieder? Beten Sie und sagen Sie das Jesus! Er nimmt auch dies mit in seine Passion.

 

Auf in die Karwoche (Teil 1)

Die Karwoche bedeutet für mich „Passionszeit intensiv“!

Ganz bewusst reduziere in in dieser Woche alle nicht notwendigen Tätigkeiten (z.B. auch Sitzungen oder bestimmte Arbeitstreffen). Ich achte auf mehr Zeit der Stille und Andacht. (Bewusste Zeit am Tag einplanen, Handy aus!)  Ganz gezielt beschäftige ich mich mit Bibeltexten und Gedanken zur Passion. (Manchmal die ganze Passionsgeschichte, manchmal auch nur ein Text immer wieder,…)

Ganz herzlich lade ich Sie ein, diese Woche auch ganz  besonders zu gestalten. Täglich wird hier ein kleiner Impuls zur Karwoche vorgestellt. Schauen Sie gerne rein.

Heute:
Da dies auch eine Woche des Betens sein wird, lade ich Sie ein zu festen Gebetszeiten.

  • Beten Sie in dieser Woche z.B. täglich das Vaterunser. Vielleicht um 12 Uhr, zum Mittagsläuten oder um 15 Uhr, zur Sterbestunde Jesu? Halten sie dafür kurz inne, unterbrechen Sie den Alltag, schweigen Sie und beten Sie!
  • Vielleicht möchten Sie auch mit vielen anderen zusammen beten. In dieser Woche bietet sich dazu auch die Aktion „Deutschland betet gemeinsam“ an. Dienstag, 8. April, 17.00 bis 18.30 Uhr.
  • Singen Sie gerne? Spielen Sie ein Instrument? Suchen sie doch gezielt nach Passionsliedern und Kreuzesliedern, die Sie in dieser Woche für sich und andere spielen. Da gibt es gute alte und neue Lieder!

Reden Sie mit Gott! In der Stille, in vorformulierten Texten, im freien Gebet…   laut oder leise…
… in dieser Woche gerne ein bisschen öfter!

Zwischen himmelhochjauchzend…

… und zu Tode betrübt.

Der heutige Sonntag heißt „Palmarum“ – Palmsonntag.
Der Name leitet sich ab von der in der Bibel berichteten Ankunft Jesu in Jerusalem.  Wie ein König gefeiert kommt Jesus in der Stadt an, in der er wenige Tage später gefangen genommen, gequält, verurteilt und hingerichtet wird. Bei seiner Ankunft herrscht allerdings noch großer Jubel. Die Menschen nehmen Palmzweige zur Hand, schwenken sie triumphierend und streuen sie auf den Weg, den Jesus nimmt.
Daher der Name: „Palm“-Sonntag. Palmarum.

Die Palme galt damals als Symbol des Sieges und der Unabhängigkeit. In Jesus sahen die Menschen einen Retter, einen neuen König, der von Gott geschenkt aus dem Volk heraus erwachsen ist. Der kann es ja  nun „denen da oben“ mal richtig zeigen, den aktuellen Herrschern und Machthabern. Das Volk war unzufrieden. Die Berichte über die Wundertaten Jesu und seine Predigten eilten ihm voraus. Der Gott Israels schickt also nun endlich den neuen Erlöser aus der aktuellen Krise.

Wenn Sie diese Szene einmal in Ruhe lesen (Johannes 12,12-19) und sie sich vor Ihrem inneren Auge ausmalen: Entdecken Sie auch die Widersprüche darin? Der bejubelte König reitet ein – aber auf einem Esel? Und inmitten der Menschenmenge befinden sich  auch schon die Gegner Jesu, die dunkle Gedanken hegen.

Der, der dort einreitet, weiß, dass er seinem Tod entgegen reitet. Am Tag vorher hat ihn eine Frau gesalbt: (= heutiger Predigttext aus Mk 14,3-9) als Zeichen großer Würdigung! Dieses rituelle Zeichen tat man tatsächlich an Königen. Doch auch ein Leichnam wurde vor der Bestattung rituell eingesalbt. Genau so interpretiert Jesus selbst dieses Zeichen.

In den Tagen vor seiner Kreuzigung erlebt Jesus die Gegensätze menschlicher Launen und Erwartungen. Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Die gleichen Kehlen die ihm vom Wegesrand jetzt zujubeln, schreien ein paar Tage später schon: „Kreuzige ihn“. Und genau diesen Weg nimmt Jesus bewusst und gezielt. Nicht Menschenmeinung bestimmt ihn, sondern seine Auftrag von Gott.

Wir erleben heute den dritten Sonntag der Ausgangsbeschränkungen in der COVID-19-Krise. Wir starten in die die Karwoche mit ihren tiefgründigen, schweren und gleichzeitig auch trostvollen Momenten. Und in acht Tagen werden wir fröhlich bekennen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Aber wie werden sich diese Tage äußerlich gestalten? Werde ich gemeinsam mit anderen Christen feiern können? Werde ich alleine jubeln müssen an Ostern?

Und dazu kommt noch: Bestimmt wird in diesen Tagen auch wieder tagtäglich eine neue Informations- und Nachrichtenlage über die Kanäle gehen.  Mal ein Bericht über Hoffnungsschimmer und kleine Zeichen von Fürsorge und Nächstenliebe. Wunderbar! Dann aber auch wieder Statistiken über Infektionsanstieg und Sterbefälle.  Herr, erbarme Dich! Und hoffentlich geschieht nichts in meinem direkten Umfeld…

Heute am Sonntag dürfen wir den „König in niederen Hüllen“ (EG 14)  entdecken. Den Helfer und Retter, der auch im Wechselbad unserer Gefühle seinen Weg geht und sein Werk vollendet. In allem auf und ab bleibt er der Erlöser. Wir sehen den Sohn Gottes, der so viel mehr ist als jeder irdische König und gleichzeitig so anders, als wir ihn uns jemals einen solchen ausmalen würden. Ein König, der ins Leiden zieht…  für uns!

Der Jubelruf der Menge enthält beides: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ Ein Lob des Gottessohns! Und gleichzeitig „Hosianna!“ = „Herr hilf!“ ein Hilferuf in aktueller Not.

Jubeln Sie mit! Loben Sie Gott! Und gleichzeitig klagen Sie Gott ihre Sorgen und Nöte. Beides hat in ihrem heutigen – vielleicht auch nur persönlichem – Sonntagsgottesdienst Platz.

 

Mehr Impuls und Informationen zum heutigen Sonntag wieder unter www.kirchenjahr-evangelisch.de/ oder auch in der Sammlung der EKBO für Hausgottesdienste.

Wie geht Gottesdienst?

Feiern Sie eigentlich zur Zeit Gottesdienst? Gut möglich, dass Sie, zwar zu Hause bleiben, aber dennoch vernetzt über Medien mit vielen anderen zusammen Gottes Nähe erleben..

Vielleicht passt dies aber nicht. Vielleicht sagt Ihnen der Gottesdienst am Bildschirm nicht zu. Vielleicht haben sie auch gerade zu den Zeitpunkt keine Möglichkeit…   Es geht auch anders! Sie können auch selbst im kleinen Kreis einen ganz persönlichen Gottesdienst feiern. Gott ist dabei, wenn zwei oder drei in seinem Namen Zusammen sind…

Daher hier mal kleine Vorschläge für kleine Gottesdienste
… im Namen des großen Gottes!

Sie können diesen kleinen Gottesdienst auch alleine mit Gott feiern. Ich empfehle Ihnen aber: Suchen Sie sich andere Menschen. Vielleicht feiern Sie im familiären Kreis? Vielleicht bei einem Spaziergang oder einem Telefonat zu zweit? Vielleicht feiern Sie ihn sogar per E-Mail oder einem Messenger?

Sie könnten z.B. so vorgehen:

Ankommen und Gott begegnen

  • Machen Sie sich bewusst: Jetzt ist eine Zeit, in der der dreieinige Gott ganz spürbar nahe sein will. Schweigen Sie einen Moment! Vielleicht sprechen Sie danach sogar laut: Auch diesen kleinen Gottesdienst feiern wir im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
  • Begrüßen Sie einander und begrüßen Sie Gott! Was liegt ihnen jetzt auf dem Herzen, wenn Sie bewusst auf Gott treffen? Was wollen sie Ihm sagen?
    Alte und neue Lieder können dabei helfen.  Und die Psalmen – das Gebetbuch und Liederbuch mitten in der Bibel.
  • Lob und Anbetung, aber auch Klage und Bitte um Vergebung finden nun ihren Platz, wenn ich Gott begegne.
      • Wofür bin ich Gott gerade ganz besonders Dankbar?
      • Was bewundere ich an Gott?
      • Was kann ich gerade nicht verstehen und will das erst Recht loswerden?
      • Wo habe ich selbst Gott etwas zu sagen, was bei mir schief läuft?
Mein Leben in Christus entdecken
  • Lesen sie einen Abschnitt aus der Bibel. Es ist sehr wichtig, dass nicht nur unsere eigenen Gedanken oder die Nachrichtenlage unsere Seele bestimmt. Gottes geschriebenes Wort ist wirksam, heilsam und garantiert nicht „Coronazeit-abhängig“. Und doch ergeben sich immer wieder aktuelle Gedanken für heute!
  • Sie haben keine Bibel? Versuchen Sie es doch mal beim Bible Server vom ERF.
    Vorschläge und Hinweise zu passenden Bibeltexten finden sie z.B. hier.
  • Gehen Sie dabei auf Spurensuche: Was bedeutet das für mich /uns als Jesusnachfolger? Wo und Wie wird in dem Bibelabschnitt Jesus Christus verkündet?
  • Nehmen Sie sich Zeit, über das gelesene nachzudenken. Halten Sie einen Gedanken (evtl. schriftlich) für sich fest oder tauschen Sie sich aus. Was bedeutet das für mich und uns jetzt und hier?
  • Auch jetzt bietet sich an: Beten Sie! Vielleicht gar nicht so viel dabei reden, sondern eher mal hörend und nachsinnend. Und auch mit einer bekennenden Zustimmung:  „Ja, Jesus. Das soll auch für mich gelten.“
Gottes Geist Wirken lassen
  • Und schon geht es an die Umsetzung. Aus der Mitte heraus, der Begegnung mit Christus, geht es nun in die Weite: Am besten erst einmal mit Fürbitte.
      • Worum bitte ich Gott persönlich und in meinem direkten Umfeld?
      • Worum bitte ich Gott mit Blick auf christliche Gemeinde, Kirche und deren Auftrag?
      • Worum bitte ich Gott mit Blick auf das Umfeld von nah (Stadt, Dorf, Land) bis fern (weltweit)?
  • Und alles, was Sie sonst noch bewegt und beschäftigt…   Beten die das Vaterunser!
  • Mit Blick auf den Alltag können wir auch Geben und Teilen! Die Kollekte, das Opfer… Das ist keine Art „Gebühr“ für den Gottesdienst, sondern es ist eine geistliche Übung: Im Vertrauen, selbst ausreichend versorgt zu sein, teile ich gerne und helfe anderen! Wem wollen Sie heute etwas zukommen lassen? Auch in Coronazeiten können wir Spenden überweisen. Oder wie wäre es mit einem Sparschwein zu Hause, in das ich regelmäßig etwas hineinwerfe, um es dann später mal in den Kollektenkorb zu geben?
  • Wichtig ist nun aber auch: Den Trost, den Mut, die Kraft, die besten Wünsche aus dem Gottesdienst mit in den Alltag zu nehmen. Das geschieht im Segen. Ich stelle mich ganz in Gottes Wirken und erhoffe seine bleibende Kraft und Begleitung im Leben!
    Sprechen Sie sich ein Segenswort gegenseitig zu oder bitten Sie Gott selbst darum! Er ist weiter bei Ihnen.

 

Vielleicht hilft Ihnen dieser Vorschlag. Er orientiert sich an dem bewährten Gottesdienstablauf. Seien Sie frei, die Lieder und Formen entsprechend anzupassen.
Gottesdienst geht auch mal anders!

Briefpost – warum nicht mal so?

In diesen Tagen geschieht viel Kommunikation auf digitalem Weg. Wir dürfen dankbar sein, über die Möglichkeiten, die sich durch die Technik ergeben.

Doch wie wäre es, wenn ich mir einmal ganz bewusst Stift und Papier vornehme und statt Mail einen Brief verfasse. Wem habe ich lange nicht geschrieben? Wem könnte ich eine Freude machen? Wem habe ich was zu erzählen?

So ein Brief ist ein kleines Erlebnis für sich…

Das Schreiben kann schon besonders sein. Das Kratzen des Stifts auf dem Papier. Mal keine Autokorrektur des Handys…   Briefmarke besorgen… der Weg zum Briefkasten…

Auch der Empfang kann ein kleines Fest für sich sein. Da lässt man ihn noch ein wenig liegen, um die Spannung zu erhöhen… zelebriert das Öffnen…  beim Auseinanderfalten knistert es… und ich habe etwas in der Hand, was der Absender oder die Absenderin auch in der Hand hatte…  Ich kann ihn an die Pinnwand hängen, an den Spiegel im Flur oder an meinen Kühlschrank…  retro… vintage… stylish  😉

Vielleicht haben Sie jetzt auch Lust bekommen, auf dieses kleine – gar nicht mehr so alltägliche – Erlebnis? Los geht’s. Der Empfänger wird sich freuen!

 

Übrigens: Auch in der Bibel finden sich eine ganze Reihe Briefe, die sehr lesenswert sind! Vielleicht lesen sie mal dort nach…   Stöbern sie ein wenig im Liebesbrief Gottes an Sie!